Cheapcheap oder “was ist letzte Preis?”

Mal erklingt es entrüstet hinter vorgehaltener Hand, mal voller Wut hervorgestoßen und oft begleitet vom frustrierten Nicken der Kollegen: “Das Internet hat die Preise für gute Gestaltung auf dem Gewissen!”

Ich bin nach wie vor überzeugt, dass der plötzlich in höchste Höhen gestiegene Bedarf nach Gestaltung eines neuen, geradezu exponentiell wachsenden Mediums tatsächlich seinen Teil zum Preisverfall bestimmter Dienstleistungen im grafischen Bereich geführt hat. Unmengen frisch ausgebildeter junger Leute strömten nahezu zeitgleich auf den Arbeitsmarkt und waren heiß darauf, sich zu beweisen.

Einige kennen sicher diesen Kurzfilm, welcher auf herrlich trockene Weise illustriert worum es hier geht. Jeder selbstständige Designer wird mindestens eine dieser Situationen schon erlebt haben…

Im geradezu “hyperdetaillierten” Diagramm von Jessica Hische ist die Thematik wunderbar humorvoll verarbeitet worden (übersetzt von Patrick G. Stoesser). Das attraktive Schnittmengenbild von Colin Harman bringt es visuell auf den kleinsten gemeinsamen Nenner!

Doch das Internet ist längst nicht alleine Schuld. Nach der Lektüre des folgenden Artikels von André Paetzel, bin ich wieder ein wenig versöhnt – mit mir und meiner Berufswahl. Eine laxe Zahlungsmoral, das “Erpressen” mit vermeintlichen Folgeaufträgen, gnadenlose Feilschorgien und das Ausnutzen von Unerfahrenheit, Wettbewerbs- oder Notsituationen scheint kein neues Phänomen zu sein :-)

Update vom 21.08.2013:

Von der amerikanischen Illustratorin Avian Anderson erschien vor wenigen Tagen eine wunderbare Grafik zum Thema “Cheap Design”:

Quelle: Doodlebuggy

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